Wir treffen uns im Naturhistorischen Museum Basel, Augustinergasse 2, 4051 Basel, 19.00 Uhr, Zugang über den Haupteingang des Museums.
!! Bitte beachten Sie die neue Anfangszeit !!
Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen.
Tomás Lackner, Naturhistorisches Museum Basel
Stutzkäfer der Welt: Phylogenie, Evolution, Biologie und Kuriositäten (Coleoptera: Histeridae).
Stutzkäfer (Coleoptera: Histeridae) sind eine der drei Familien der Überfamilie Histeroidea (die anderen beiden sind Sphaeritidae und Synteliidae). Sie umfassen etwa 4600 beschriebene Arten und sind weltweit verbreitet (mit Ausnahme sehr kalten und polaren Regionen). Die grösste Artenvielfalt findet sich in den Tropen, es gibt aber auch einige ausschliesslich holarktische Linien. Madagaskar beherbergt ebenfalls eine reiche endemische Fauna.
Die Familie ist morphologisch und ökologisch äussert anpassungsfähig. Sie umfasst extrem abgeflachte subkortikale Formen sowie perfekt zylindrische torpedoförmige Formen, die in Borkenkäfergängen leben, häufige eiförmige Formen, die auf Kadavern und in Dung vorkommen, sowie mikroskopische Formen und stark modifizierte myrmekophile und termitophile Formen.
Die Phylogenie dieser Familie wurde erst vor Kurzem eingehend genetisch untersucht, doch es gibt noch immer vieles, was wir über sie nicht wissen (beispielsweise sind über 90 Prozent der Larven unbekannt). Es ist mir eine Freude, Sie in die Welt meiner lebenslangen Leidenschaft und meines Forschungsthemas einzuführen.
Alexandra Viertler Naturhistorisches Museum Basel
Fossilienvielfalt der Darwinwespen und ihr Schicksal während des letzten Massensterbens.
Die Referentin nimmt Sie mit auf eine Zeitreise zurück bis zur Kreidezeit und zeigt Ihnen die spannende Vergangenheit der heute artenreichsten Familie der Hautflügler: den Darwinwespen (Ichneumonidae). Ihre Fossilien, die in verschiedenen Sedimenten und in Bernstein gefunden werden, sind wertvoll zur Rekonstruktion ihrer Geschichte. Wir untersuchen zum Bespiel die Auswirkung des Massenaussterbens vor 66 Millionen Jahren auf diese Insekten. Dieses Ereignis führte zum Aussterben der letzten Dinosaurier, mit Ausnahme der Vögel.
Generalversammlung
Armin Coray, Naturhistorisches Museum Basel
Auf Pilzjagd in den Merian Gärten - ein Rückblick auf interessante Insektenfunde aus Holzpilz-Proben 2024.
Am 15./16. Juni 2024 wurde zum zweiten Mal nach 2017 ein "Tag der Natur" in den Merian Gärten bei Münchenstein (BL) durchgeführt, an dem sich diesmal 50 Forschende beteiligten, um innert 24 Stunden eine möglichst grosse Artenvielfalt auf dem Areal der 18 Hektar grossen Parkanlage der Christoph Merian Stiftung nachzuweisen. Der Referent konzentrierte sich dabei auf das Sammeln von Holzpilzen und deren Auswertung bezüglich Wirbelloser. Bemerkenswerte Nachweise gelangen speziell bei den Coleoptera und den parasitoiden Hymenoptera. Bei den mycetobionten Käfern waren Vertreter der Familie Ciidae erwartungsgemäss am stärksten vertreten. Bei den Schlupfwespen lieferten die Braconidae und Pteromalidae die überraschendsten Resultate.
Ayaka Gütlin, Naturhistorisches Museum Basel
Rund um das Thema Wildbienenvielfalt, Lebensweisen und Förderung
Ayaka Gütlin (Selbstständige Feldökologin, Vorstand IG Wilde Biene) gibt uns einen Einblick in das fantastische Reich unserer einheimischen Wildbienen. In der Schweiz ist etwa die Hälfte der Wildbienen als gefährdet oder potenziell gefährdet eingestuft. Mit einer kleinen Einführung in den neuen "Beefinder" werdet ihr die Wildbienen in eurer Umgebung kennenlernen und was sie brauchen, damit man sie unterstützen kann.
Kurzvorträge und Diskussionsrunde
Eva Sprecher-Uebersax, Breitenbach
Gelbschwarze Nützlinge: Wespen und Hornissen.
Verschiedenste Hautflügler (Hymenoptera) werden als "Wespen" bezeichnet. Im Vortrag ist vor allem von den Faltenwespen (Vespidae) und besonders von den Echten Wespen (Vespinae) die Rede. Ein kurzer Exkurs vermittelt einen Überblick über die zahlreichen anderen "Wespen" und zeigt die grosse Vielfalt auf. Fragen wie, ob bei Hornissen der Spruch "7 Stiche töten ein Pferd, 3 Stiche einen Menschen" tatsächlich stimmt, ob Wespen wirklich nur lästig sind und ob Asiatische Hornissen bei uns eine ernsthafte Bedrohung darstellen, werden diskutiert. Natürlich fehlen auch nicht ein paar Beispiele von Wespenmimikry.
Christine und Steven Whitebread, Magden
Reise durch Sabah, Borneo: Auf der Suche nach ikonischen Pflanzen, Säugetieren, Vögeln und Insekten.
Mit ausgewählten Fotos der gesichteten 31 Arten von Säugetieren (davon 12 Hörnchen), 275 Arten von Vögeln, unzählige Pflanzen und Insekten hoffen wir, euch einen Einblick in die Biodiversität der drittgrössten Insel der Welt zu gewähren.
Stefan Wartmann, Basel
Beschreiben und Lesen der Natur. Über Bestimmungsschlüssel.
Für das Bestimmen und Klassifizieren von Lebewesen werden wohl die meisten von uns Bestimmungsschlüssel verwenden. Aber unabhängig davon, ob es sich um dichotome, polytome, lineare, synoptische, natürliche oder künstliche Schlüssel, um Merkmalstabellen oder selbst Abbildungskataloge handelt, entscheidend ist, dass die Menschen, die diese Systeme erstellen, nicht nur fähig sind genau hinzusehen, sondern auch in der Lage, das Gesehene präzise auszudrücken. Und wir, die wir mit diesen Schlüsseln arbeiten auch, nur umgekehrt: genau Lesen und präzise Hinschauen.
Kurzvorträge und Diskussionsrunde