Insektenporträt

Erneutes Massenauftreten der invasiven Baumwanze Oxycarenus lavaterae

Text: Wolfgang Billen, Februar 2008


Seit dem Jahr 2003, verstärkt dann im Jahr 2004, machte sich eine für Mitteleuropa neue Wanzenart auf sich aufmerksam. Dass dabei gelegentlich Unruhe unter der Bevölkerung aufkam, beruhte auf dem Umstand, dass die Wanze meist in grossen Kolonien aufgetreten ist und auch an Orten, an denen sie dann lästig wurde, zum Beispiel in Biergärten, Kindergärten und dergleichen.

Die in Südeuropa schon seit vielen Jahren bekannte Wanze, bevorzugt Malvengewächse (Malvaceae). Die Linde (Tilia), ein Mitglied dieser Familie wird bevorzugt befallen. Und speziell an den Stämmen und Ästen dieser Baumart, kann sie oft in zahlreichen Kolonien mit hunderten von Tieren angetroffen werden. Sie besaugt zwar die befallenen Pflanzen, aber eine direkte Schädigung der Pflanzen (Bäume) konnte bislang noch nie beobachtet werden. Daher ist auch grundsätzlich von einer Bekämpfung abzusehen.

Anfang Februar 2008 trafen wieder vermehrt Meldungen über das Auftreten dieser Wanze ein. Der Grund ist wohl darin zu sehen, dass sie ihr Verbreitungsgebiet offensichtlich stark ausgebreitet hat und so in Gegenden für Unruhe sorgt, in der die Wanze bis dato noch unbekannt war. Da sie zur Überwinterung sich generell zu Kolonien zusammen klumpt, kann sie jetzt besonders leicht beobachtet werden.


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Oxycarenus lavaterae an einem Lindenstamm, September 2004, Lörrach. (Foto: W. Billen)

Oxycarenus lavaterae an Hibiscus (Foto: K. Schrameyer)

Oxycarenus lavaterae - Imagos (Foto: K. Schrameyer)


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